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http://web2-unterricht.ch/2018/02/annotieren-mit-hypothes-is/
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1) Annotieren

Ausgangspunkt für diesen Post war die Idee, dass neben Peer Writing auch Peer Reading möglich sein sollte. Dabei bin ich auf Hypothes.is gestossen. Dieses Tool erlaubt es, eine Metaebene über das Web zu legen, indem Texte, Webseiten, PDFs und ePub-Dateien gemeinsam annotiert werden. Dies funktioniert auch für GoogleDocs- und OneDrive-Dokumente und mit Einschränkungen für Tweets.

Mit Hypothes.is kann man auf Webseiten Wörter oder andere Objekte farblich hervorheben und mit einem Editor wortgenau annotieren mit Kommentaren, Links, Bildern und Videos! 

Sobald man eine annotierte Internetseite öffnet, werden alle Annotationen angezeigt, auf die man Zugriff hat. 

Da man auch geschlossene Gruppen erstellen kann, eignet sich Hypothes.is für die Arbeit mit einer Klasse und für die Kollaboration und Partizipation in Lehr- und Lernkontexten. Schüler können private Kommentare schreiben, in einer Gruppe auf Kommentare anderer Gruppenmitglieder antworten, selbst Fragen stellen und auf Fragen von Lehrern antworten.

Hypothesis wurde 2011 als non-profit Organisation in San Francisco gegründet. Die Hypothes.is-Server stehen in Kalifornien. Hypothes.is ist Open Source Software und steht unter einer BSD-Lizenz. 

Hier können Sie sich in Testumgebungen von Hypothes.is einen ersten Eindruck verschaffen:

  • epub: Demo Moby Dick mit Epub.js viewer, Demo Moby Dick mit ReadiumJS EPUB viewer. Oder ziehen Sie eine ePUB-Datei auf https://docdrop.org/. Aktivieren Sie Hypothes.is, loggen Sie sich ein und beginnen Sie mit dem Annotieren.
  • Webseiten (HTML): Hier können Sie einen Link einfügen und. wenn Sie bei Hypothes.is eingeloggt sind, die Webseite annotieren: https://via.hypothes.is/
  • PDFs: Ziehen Sie eine PDF-Datei auf https://docdrop.org/. Aktivieren Sie Hypothes.is, loggen Sie sich ein und beginnen Sie mit dem Annotieren.

 

2) Die Arbeit mit Hypothes.is

Registrierung und Nutzung

  • Legen Sie zuerst ein Konto an: https://hypothes.is/signup. Nach dem Bestätigungsemail loggen Sie sich ein.
  • Installieren Sie im Chrome Browser das Add-on for Chrome (Tutorial) oder in einem anderen Browser das Hypothes.is Bookmarklet (Tutorial).
  • Navigieren Sie zu einer beliebigen Webseite.
  • Aktivieren Sie oben rechts im Browser Hypothes.is durch einen Klick auf das Legenden-Symbol. Dann wird die Erweiterungsschaltfläche dunkler. Die Hypothes.is-Seitenleiste wird aber noch ausgeblendet angezeigt. 
  • Erweitern Sie die oben rechts die Seitenleiste durch einen Klick auf das <-Zeichen, um durch die vorhandenen Anmerkungen zu blättern.  
  • Falls in dem Text bereits etwas markiert ist, klicken Sie darauf, um die vorhandene Anmerkung zu sehen. 
  • Melden Sie sich an und beginnen Sie mit dem Annotieren.

 

 

 

 

 

 

 

Annotieren mit Hypothes.is

Wählen Sie ein Wort oder einen Satzteil aus, um eine eigene Anmerkung zu erstellen. Dann erscheint ein Pop-up mit zwei Möglichkeiten. Klicken Sie auf  „“ Annotate/Neue Notiz, geben Sie Ihren Kommentarinhalt im Editorfenster ein. Fügen Sie auch einige Tags hinzu, um die Art Ihres Kommentars zu beschreiben. Auch ein Kurs-Tag ist sehr hilfreich! Veröffentlichen Sie Ihren Kommentar im unteren Bereich des Fensters mit „Post to …“.

Durch einen Klick auf das Stiftsymbol Highlight/Markieren können Sie Wörter oder Sätze hervorheben.

Der Hypothes.is Editor

Über den Hypothes.is-Editor kann man Text formatieren, Text zitieren, Links, Bilder, Videos und mathematische Formeln einfügen. Im oberen Bereich können Sie durch einen Klick auf den Pfeil, hier bei „TestGroup“, eine andere Zielgruppe für die Veröffentlichung auswählen: „Only me“ oder „Public“. Mit „New group“ erstellen Sie eine neue Gruppe. Unten können Sie den Kommentar veröffentlichen durch einen Klick auf „Post to …“. 

 

Die Arbeit an der Schule

  • Demonstrieren Sie Ihrer Klasse die App.
  • Lassen Sie die Schüler ein Konto erstellen und das Browser-add-on installieren.
  • Erstellen Sie einen via-Link zu der Seite, die sie annotieren sollen. Fügen Sie dazu nach „https://via.hypothes.is/“ die ganze Adresse der Seite ein, z.B.: https://via.hypothes.is/https://www.google.ch/
  • Geben Sie den Schülern einen Kurs-Tag, z.B. 2015NPa. So können alle das Erstellen der kollektiven Annotationen in Echtzeit als Stream auf der Hypothes.is-Seite verfolgen. Die Schüler sehen die Klassenbeiträge und können darauf antworten.
  • Im Suchfeld von Hypothess.is kann man stöbern nach Usern, Tags, Urls und Gruppen.

Kurzanleitung für Schüler

  • Befolgen Sie die Regeln zum Annotieren, auf die Sie sich in Ihrer Gruppe geeinigt haben.
  • Grundsätzliche Tipps finden Sie hier: Annotation Tips for Students.
  • Annotieren in einer Gruppe: Folgen Sie dem Gruppenlink, der mit Ihnen geteilt wurde, um der Gruppe beizutreten. Melden Sie sich an, falls Sie dies noch nicht getan haben. Navigieren Sie zu dem Text, den Sie mit Anmerkungen versehen möchten. Schalten Sie oben links um von «Public» zu «Gruppe» Sobald Sie und andere Gruppenmitglieder Texte als Teil der Gruppe kommentiert haben, werden Links zu diesen Seiten auf der Homepage der Gruppe angezeigt. Weiterführende Informationen finden sich hier.

3) Anwendungen

  • Informationsorganisation für Lehrende und Lernende: Dokumente mit privaten Anmerkungen versehen.
  • Kollaboratives Annotatieren von Schullektüre. Diskussionen im unmittelbaren Kontext von Textstellen. Bei der Lektüre sehen, was Peers dazu denken:
    • Gedichte, Szenen und andere literarische Texte: gemeinsames Lesen, Kommentare, Fragen, Lektüreeindrücke.
    • Skripte: Beim Selbststudium Fragen zu Skripten stellen.
    • Webseiten annotieren und deren Qualität beurteilen.
  • Hausaufgaben: Die Lehrperson kann zu zu konkreten Textstellen Schüler-Texte einfordern.
  • Kreatives Schreiben: Assoziationen als Annotationen.
  • Peer Feedbacks und Peer Reviews. Leser erklären sich gegenseitig eigene Texte und geben sich Rückmeldungen.
  • Arbeitstechnik: Gemeinsame Anstreichungen und Notizen.
  • Gemeinsames Erschliessen schwieriger Sachtexte im Kontext basaler Kompetenzen an der Mittelschule.
  • Kommentarprojekt: Journalistische Texte statt auf Hilfsdokumenten auf der Zeitungsseite selbst beurteilen.
  • 10 Ways to Annotate with Students: Szenarien für den Einsatz von Hypothes.is im Unterricht.
    • Der Lehrer annotiert für die Schüler einen Text mit Fragen.
    • Schüler erstellen Glossare und Wortlisten.
    • Schülerinnen markieren in einem Text schwierige Stellen.
    • Ein Text wird mit Annotationen auf rhetorische Wirkungsmittel analysiert.
    • Ein Text wird durch Annotieren mit Bildern und Videos zu Multemedia Writing.

4) Fazit

Hypothes.is ist ein spannendes Tool für die Kollaboration in Schule und Lehre. Der Bereich Peer-Feedbacks kann ergänzt werden zu Peer Reading und Peer Lecture, was zu ganz neuen Chancen im Literaturunterricht führt. Die alte Kulturtechnik, einen Text mit Anmerkungen und Zusatzinformationen zu versehen, wird durch die Möglichkeiten des Web 2.0 wesentlich erweitert!

Harald Lordick sieht vor allem Potential für die digitalen Geisteswissenschaften.

Ben Kaden sieht Hypothes.is als Werkzeug zur Informationsorganisation und als Diskursmedium, da man die Annotationen anderer mitlesen kann! Er sagt, Hypothes.is sei ein Traum und stuft das Tool für die Massenaktivierung als ähnlich geeignet ein wie Wikipedia. Er sieht mit der Kulturtechnik der Annotation eine neue Rezeptions- und Kommunikationsebene im Web entstehen, ein Metanetzwerk: „Bindet man das Ganze noch an ein Soziales Netzwerk zurück und integriert beispielsweise Funktionen, die es ermöglichen Nutzern und Themen oder beidem in Kombination zu folgen, hat man die Basis für ein Retrievalkonzept, das es so elaboriert vorher kaum gab.“ 

Er weist aber auch auf Gefahren hin wie Cybermobbing und den Missbrauch solcher Tools zur Rezeptionssteuerung und auf die Gefahr, dass Spam in die Kontexte eindringen könnte. Beachtet werden müsse auch, unter welcher Lizenz die Annotationen verfügbar sind. Zudem müssten Filter und Schranken entwickelt werden, die die Informationsqualität sichern.

5) Hilfe

6) Beispiele

7) Links

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