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http://web2-unterricht.ch/2013/05/peer-feedbacks-im-deutschunterric/
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Im Beruf ist das Gegenlesen von Texten Alltag. Auch an der Schule ist es für Schüler und Schülerinnen von Vorteil, wenn sie sich gegenseitig konstruktive Feedbacks für das Überarbeiten ihrer Texte geben können. Studien haben gezeigt, dass davon nicht nur die Schreibenden profitieren, sondern auch diejenigen, die Rückmeldungen verfassen.

Peer-Feedback hilft den Schülern in mehrfacher Hinsicht. Wenn sie mehr schreiben, als die Lehrkraft korrigieren kann, erhalten sie Rückmeldungen von Kolleginnen und Kollegen. In der Rolle des Feedback Gebenden lernen sie, fremde Texte kritisch zu betrachten. Mit der Zeit werden sie damit fähig, auch zu eigenen Texten eine kritische Distanz einzunehmen. Sie setzen das im Unterricht Gelernte permanent um. Kooperation und Kommunikation über die Cloud werden für sie zu einer Selbstverständlichkeit.

In der folgenden Anleitung wird ein Schritt-für-Schritt-Ansatz vorgestellt, der zeigt, wie SchülerInnen bei Rückmeldungen zu Aufsätzen von Kolleginnen und
Kollegen vorgehen können. Die Anleitung kann AutorInnen aber auch dabei helfen, an den eigenen Texten zu feilen und zu meisseln, wie wenn es fremde Texte wären.

GrundideeDie Aufsätze werden mit einem Textverarbeitungsprogramm am PC geschrieben. Alle Schülerinnen und Schüler haben ein GoogleDrive Account. Hier erstellen sie einen Ordner, der mit Bearbeitungsrechten für die ganze Klasse freigegeben ist.

Ihren Text laden sie in drei Versionen hoch. Der Text soll beim Hochladen in das entsprechende Format von GoogleDocs konvertiert werden. So kann er nachher online über den Browser weiterbearbeitet werden! Die Links zu diesen Textversionen werden in einer GoogleDocs Liste „Aufsatzübersicht“ eingetragen und so gesammelt.

1) Original

Diese Version des Texts bleibt unangetastet. Sie kann später für einen Vergleich mit der Überarbeitungsversion herangezogen werden.

2) Feedbackversion

Diese Textversion ist für die Rückmeldungen reserviert.

3) Überarbeitungsversion

In dieser Textversion wird das Original aufgrund der Peer-Feedbacks überarbeitet und verbessert.

Mit dieser Transparenz haben alle Schüler die Möglichkeit, jederzeit alle in ihrer Klasse geschriebenen Aufsätze, alle Feedbacks und alle Überarbeitungen zu lesen. Die gesammelten Aufsätze erlauben es später, eine grösser angelegte Aufsatzanalyse vorzusehen, z. B. mit Klassenvergleichszahlen aus der Arbeit mit statistischen Online-Tools.

Anleitung Aufsatz Feedbacks

1 Basis Feedback

Dieser Block gehört zwingend zu jedem Aufsatz Feedback!

2 Feedback mit Online-Tools

Aus diesem Block werden mindestens zwei Tools eingesetzt und die Beobachtungen in das  Feedback eingearbeitet.

3 Stilistik-Feedback

Aus diesem Block werden mindestens zwei Untersuchungskriterien ausgewählt und die Beobachtungen in das Feedback übertragen.

1. Basis Feedback

  1. Öffnen Sie über die Aufsatzübersicht auf Google Drive die Feedbackversion des Texts, für den Sie zuständig sind.
  2. Setzen Sie am Schluss des Texts den Titel: “Feedback von Vorname Name”,
    danach den Untertitel “1. Basis Feedback”.
  3. Lesen Sie den Text aufmerksam durch.
  4. Antworten Sie am Ende des Texts mit einem schriftlichen Kommentar.
    Orientieren Sie sich dabei an den folgenden Arbeitsphasen. Nutzen Sie für
    Ihr Feedback Kommentare (Einfügen Kommentar) , halten Sie sich an die vorgegebenen
    Schriftfarben.
  5. Anschliessend arbeiten Sie weiter mit dem 2. Block: Feedback mit Online-Tools!
  6. Danach wenden Sie sich dem dritten Block zu: Stilistik Feedback!

Eines Ihrer zufällig ausgewählten Feedbacks wird bei der Korrektur Ihres nächsten Aufsatzes mitbewertet.

a)  So wirkt dein Text auf mich. (beschreiben; Schriftfarbe schwarz)
b)  Deine Disposition ist: … (analysieren; Schriftfarbe schwarz)
c)  Diese Passage ist dir besonders gut gelungen. (Im Text markieren und mit einem Kommentar begründen; Schriftfarbe dunkelgrün)
d)  Das würde ich anders machen, zum Beispiel so … (Im Text markieren und mit einem Kommentar vormachen; Schriftfarbe dunkelbraun)
e)  Diese Stelle würde ich ausbauen. (Im Text markieren und mit einem Kommentar begründen; Schriftfarbe dunkelblau)
f)   An dieser Stelle bin ich gestolpert. (Im Text markieren und mit einem Kommentar begründen; Schriftfarbe dunkelrot)
g)  Korrigieren Sie den Text digital. (In Kommentaren mit den Korrekturzeichen versehen, Schriftfarbe dunkelrot)
Die Phasen a) bis f) sind übernommen von: Roman Looser, www.romanlooser.ch/schreiben/Rueckmeldungen.rtf, 16.04.2013.  Nach einer Idee von Urs Ruf in: Ruf, Urs / Gallin, Peter: Dialogisches Lernen in Sprache und Mathematik. Band 1. SeelzeVelber 1998: 40 f.
Wie Ihre Rückmeldung beginnen könnte:
Mir gefällt …  
Ist es zwingend, dass …
Es ist schön …   
Da bin ich gestolpert …
Am stärksten wirkt …   
Ich habe Mühe mit dem Satz …
Ich finde es gut …       
Könnte man auch …
Das ist ein Wurf!  
Stellst du dir vor, dass …
Ich bin überrascht, wie …
Ich frage mich, ob …
Es wundert mich …     
Damit kann ich nichts anfangen …
Ich verstehe nicht ganz, warum …
Das hat mich nicht angesprochen …
Könntest du dir vorstellen …
Hier meiden sich Zweifel bei mir …
Es nimmt mich wunder …
Da muss ich widersprechen …
Ich möchte gern wissen …
Das sehe ich anders …
Hier fehlt mir …
Diese Chunks sind übernommen von: Roman Looser, www.romanlooser.ch/schreiben/Rueckmeldungen.rtf, 16.04.2013.  Nach einer
Idee von Urs Ruf in: Ruf, Urs / Gallin, Peter: Dialogisches Lernen in Sprache
und Mathematik. Band 1. SeelzeVelber 1998: 40 f.


2. Feedback mit Online-Tools

Benutzen Sie mindestens zwei der folgenden Online-Analyse Tools für Ihr Feedback.
Setzen Sie in ihrem Feedback-Kommentar den Titel „Feedback mit Online-Tools“ und als Untertitel die Namen der Tools, die Sie eingesetzt haben.Lesen Sie den Text kritisch daraufhin durch und ergänzen Sie Ihre Beobachtungen nach den allgemeinen Bemerkungen von Block 1. Liefern Sie aber nicht die ganze Analyse, sondern bauen Sie gezielt Interpretationen von Einzelbeobachtungen in Ihr Feedback ein.
Überflüssige Füllwörter und Unwörter erkennen und streichen!
Der Flesch-Index (auch: Lesbarkeitsindex, Lesbarkeitsgrad) misst, wie leicht lesbar und
verständlich ein Text auf Grund seiner Struktur ist.
Textanalyse-Programm für Wortfrequenzen u. a.
Wordclouds für Wortwiederholungen. Erstellen Sie mit dem Text eine Wordcloud. Die am  grössten dargestellten Begriffe kommen am häufigsten vor. Mit
diesem einfachen Tool können Sie den Text anschliessend redundanzfreier gestalten.
Weitere Tools finden Sie im Webquest “Linguistische Tools”!

3. Stilistik Feedback

Die folgende Liste fasst wichtige stilistische Untersuchungskriterien zusammen.
Wählen Sie zwei davon aus, lesen Sie den Text kritisch daraufhin durch und ergänzen Sie Ihre Beobachtungen nach den Bemerkungen von Block 2 in Ihrem Feedback-Kommentar. Setzen Sie den Titel „Stilistik Feedback“ und als Untertitel die Untersuchungskriterien, die Sie eingesetzt haben.

 

Stilistische Untersuchungskriterien

Satzlängendiagramm
sehr lange/sehr kurze Sätze
Häufungen von Relativsätzen
Häufungen von dass-Sätzen
Häufungen von zu-Infinitiven
Schachtelsätze
Häufigste Satzstrukturen
Satzgirlanden    
Parenthesen
Bandwurmsätze
Ochsentrott/Hackstil
Klemmkonstruktionen
Analyse erster Satz
Analyse letzter Satz
Verb nach vorn!
Subjekt vor Objekt!
Gedankensprünge
Kohärenz
Substantivitis
Füllwörter
überflüssige Adjektive
Floskeln, Phrasen
Gemeinplätze
Wortungetüme
Wortwiederholungen
Zwangskoppelungen
Verblasste Metaphern
Fremdwörter
Fachjargon
Modewörter
Klare Überleitungen!
Geschwätzigkeit vermeiden!
Streckverben
Verben auf –ieren
Verbale Klammern
Passivwendungen
Übertreibungen, Superlative
Das Generelle streichen! 
Falscher Zwischensinn
Hauptsachen in Hauptsätze
Doppelte Verneinung
Superlative/Komparative
Schaltzeichen
Schaltzeichen Doppelpunkt
Schaltzeichen Strichpunkt
der gelungene Pars pro toto
die gelungene Metapher
gelungene ungewohnte Wörter

 

Weiterführende Links

Schneider, Wolf: http://www.sueddeutsche.de/thema/Speak_Schneider. 17.04.2013.

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