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Flipboard im Deutschunterricht

In diesem Post stelle ich ein aktuelles Projekt aus dem
Deutschunterricht vor, das ich mit meinen dritten und vierten Klassen im Januar
begonnen habe. 
Für die Verbesserung ihrer Schreibkompetenz lesen meine Schüler regelmässig Kommentare, Glossen
oder Kolumnen aus grossen Tageszeitungen. 
Da Kommentare viele Gemeinsamkeiten mit der Textsorte Erörterung haben und meist von sehr guten Journalisten geschrieben werden, sollten die Schüler als bewusste Leser für ihre eigene Schreibkompetenz profitieren können. Zudem setzen sie sich so systematisch mit der Darstellung aktuellen Tagesgeschehens in Printmedien auseinander und werden an das regelmässige Zeitungslesen herangeführt. 
Technisch realisiert und organisiert wird das Projekt mit Flipboard, einem kostenlosen sozialen Nachrichten Magazin, mit dem man Internetinhalte sammeln, speichern, im Hochglanz-Zeitungs-Layout präsentieren und mit anderen teilen kann. Es ist ein Kuratierungstool und damit ein Baustein für die Selbstorganisation und das persönliche Wissensmanagement. 

Lernziele

  • Bewusste Lektüre anspruchsvoller Zeitungsartikel. Hinführen zum regelmässigen Zeitungslesen.
  • Analytische Auseinandersetzung mit den Texten und dem Stil von Profis.
  • Kennenlernen verschiedener journalistischer Darstellungsformen.
  • Tagesaktualität in den Unterricht holen.
  • Medienkompetenz: Flipboard, Paperli, Blogger.
  • Kuratieren und Aggregieren von Inhalten. Dokumentieren eigener Lerneinsichten. Entwickeln von Strategien im Umgang mit Big Data.
  • Anregen zum Aufbau eines PLNs und eines PLEs.
  • Klassenübergreifender Community-Gedanke.

Projektidee

  • Jeder Schüler liest dreimal pro Woche
    einen Kommentar aus einer grossen Zeitung und flippt diese in seinem mit dem
    Lehrer geteilten persönlichen Flipboardmagazin. Dieses dient als Archiv und Portfolio, in dem
    nachvollziehbar ist, was gelesen und kuratiert wurde.
  • Zu Beginn jeder Doppellektion präsentiert ein Schüler einen Kommentar
    vor der Klasse. Zeit: 5 Minuten. Diese „Plenumskommentare“ werden vor dem
    Kurzvortrag in das Klassenmagazin und in das Magazin Kommentare
    aller Klassen
    geflippt und anschliessend mit einem eigenen Kommentar kurz kommentiert: 
    • Einblenden des Texts über den Beamer.
    • Vorlesen des Texts. Kurze Erläuterung und Situierung. 
    • Erklären, warum einem der Text gefällt. 
    • Festhalten, was man mitnimmt für das eigene Schreiben.
  • Wenn man dem Magazin Kommentare aller Klassen folgt, erhält man bei jedem neu geflippten Plenumskommentar eine Mitteilung und bleibt so informiert über die im Deutschunterricht der anderen Klassen vorgestellten Texte. Und man kann über das Lesen von Kommentaren anderer Klassen für das eigene Schreiben profitieren. Zudem hat der Community Gedanke einen gewissen Reiz und fordert heraus.
  • Die wichtigsten Erkenntnisse aus den Inputs und aus der eigenen Lektüre werden periodisch im eigenen Deutsch-Blog dokumentiert. 
Vorgehen: technische Realisierung

1. Der Lehrer erstellt pro Klasse ein Klassenmagazin und ein Magazin Kommentare aller Klassen, zu dem alle seine Schüler Zugang haben. Er schickt an alle E-Mail-Adressen der Klasse je eine Einladung.

2. Die SchülerInnen nehmen die Einladung an und erstellen einen Flipboard-Account mit einem halb anonymisierten Benutzernamen wie 2012knavo (Eintrittsjahr, Klassenkürzel, Nachname – Vorname). Alle Magazine sind vorerst privat, sie könnten später auch öffentlich gemacht werden.

Flipboard: Magazin aller Klassen und Klassenmagazine

3. Alle Schüler erstellen ein eigenes privates Magazin mit dem Titel Kommentare 2012knavo. Sie laden
den Lehrer als Mitarbeiter ein:
  • Bearbeiten – Mitglieder
    einladen: 
    Den Lehrer über seine E-Mail Adresse einladen.
  • Oben rechts auf den
    Kreis des Profilbuttons klicken. Neues Magazin – Öffentlich   deaktivieren
    -> Privat.
  • Titel und
    Beschreibung eingeben. – Erstellen.

4. Alle erstellen ein weiteres privates Magazin, z. B. zu einem Hobby wie Schach oder zu einem Interessengebiet, auf dem sie selbst Experte sind, z. B. Kanu. Hier können sie nun unverfänglich experimentieren und Flipboard etwas kennenlernen.

5. Alle tragen die Adresse ihres Magazins ein in der Adressliste auf Google Drive in der Spalte Flipboard. Dreimal pro Woche suchen alle Schüler einen aktuellen Kommentar und flippen diesen nach der Lektüre in ihrem persönlichen Magazin.

6. Flipboard wird auch als App auf dem Smartphone installiert. Am eindrücklichsten sieht Flipboard natürlich auf einem Tablet aus, für das es ursprünglich auch entwickelt wurde. 
  • Flippen mit der App: über das  Plus-Symbol. Anmelden. Klassenmagazin auswählen. 
  • Flippen mit dem Browser: Zuerst das Web Bookmarklet installieren: Einfach per drag and drop in die Lesezeichenleiste des Browsers ziehen. Dann auf +Flip it klicken. Anmelden. Klassenmagazin auswählen.
  • Nach dem Flippen kann man Kommentar hinzufügen auswählen, einen Kommentar schreiben und diesen mit der Entertaste posten.
7. Der Plenumskommentar wird schon vor der Präsentation im Klassenmagazin und auch im Magazin Kommentare aller Klassen geflippt und anschliessend kommentiert.



Flipboard: Screenshot aus einem Schülermagazin


Quellen für Kommentare

  • Paperli Zeitungs-Kommentare. In dieser vom Lehrer erstellten Onlinezeitung werden aktuelle Kommentare von Zeitungen wie der FAZ, der Berliner Zeitung, der Süddeutschen, der NZZ, des Tagesanzeigers oder der Wiener Zeitung aggregiert.
  • Die Schüler können aber auch selbst recherchieren in Zeitungen, deren Kommentare online verfügbar sind.
Paperli Zeitungs-Kommentare

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Lektüre-/Schreibprojekt: Zeitungskommentare
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