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In diesem Post stelle ich einige einfach zu bedienende Fact Checking Tools vor, mit denen Schüler im Kontext des Themas Fake News auf einen kritischen Umgang mit Quellen und Informationen sensibilisiert werden können: zum Beispiel indem sie Fakten überprüfen oder auch dadurch, dass sie selbst Fake News produzieren.

Am letzten Wochenende fand an der Kantonsschule Wil die Kadervernetzung 2019 statt. Dabei trafen sich Informatik Kursleitende der Kantone AI, AR, GL, SG, SH,TG, ZH und des Fürstentums Liechtenstein zu einer spannenden Weiterbildung. Alle Präsentationen finden sich hier und hier.

Konrad Weber, Journalist und Digitalstratege beim Schweizer Radio und Fernsehen sprach mit einer spannenden Einführungskeynote zum Thema «Wenn Bilder schamlos lügen». Er thematisierte zuerst die Zukunft und die Herausforderungen des Journalismus im Kontext der Digitalisierung. Danach führte er ein in das Thema Fake News und illustrierte eindrücklich, wie Fotos und Videos manipuliert und auf einfachdem Weg millionenfach verbreitet werden können, sodass auch professionelle Medien immer wieder getäuscht werden.

Ein Bild zu verifizieren sei eigentlich gar nicht möglich, Bilder könnten nur falsifiziert werden, in erster Linie durch das Überprüfen der Quellen, des Ortes und der Zeit. Weitere Elemente seien Schilder, Kleidung, Landschaft, Struktur, Gebäude, Wetter, Abzeichen, Natur oder Fahrzeuge. Zudem gibt es immer mehr Fact Checking Tools, die auch im Unterricht eingesetzt werden können.

Tools

Bilder Tools

  • Jeffrey’s Image Metadata Viewer: Dieses kostenlose Bilddaten-Tool liest die EXIF-Informationen in Digitalfotos aus. Mit dem Firefox-AddOn “Exif-Viewer” lassen sich die Daten schnell über das Kontextemnü einblenden. Es werden Informationen angezeigt wie Blende, Kamera, Typ, Hersteller, Bildbearbeitungs-Software, Belichtungszeit, Blende, ISO, Blitz, Informationen zum Weissabgleich, zur Brennweite, zum Objektiv, unter Umständen auch Ortsdaten.

  • RevEye: Kostenlose Chrome-Extension für die Rückwärtssuche von Bildern. Findet über einen Rechtsklick auf ein Bild verwandte Bilder im Web. Hilft beim Suchen der Originalquellen, unterstützt Google, Yahoo, Bing, Yandex und Baidu.

  • TinEye – Reverse Image Search: Auch diese Plattform ermöglicht die kostenlose Rückwärtssuche von Bildern. Ein Bild wird hochladen oder die Url zu einem Bild eingegeben. Dann werden die Bilder mit den gecrawlten Resultaten verglichen. Angeboten wird eine Erweiterung für Google Chrome. So kann die Geschichte eines Bildes rekonstruiert werden oder man kann mit einem Bildausschnitt das ganze Bild finden.

  • Google Bildersuche: Die Bilderrückwärtssuche funktioniert auch mit Google. Dazu klickt man in der Bildersuche auf das Kamerasymbol und gibt dann den URL ein oder lädt ein Bild hoch. Man sucht also mit einem Bild, um verwandte Bilder zu finden! Zu den Resultaten gehören optisch ähnliche Bilder, andere Grössen des Bildes und Webseiten mit übereinstimmenden Bildern.

Video Tool

  • Youtube DataViewer: Mit dem kostenlosen “Youtube DataViewer” von Amnesty International lassen sich die Metadaten von YouTube-Videos auslesen. Dies kann dabei helfen, Fake-Videos aufzudecken. Man fügt in der Web-App den Link zum gewünschten Video ein. Dann erscheinen Metadaten wie die Video-ID, das Datum, die Uhrzeit des Uploads sowie die Thumbnails mit Möglichkeiten der umgekehrten Bildersuche.
Youtube DataViewer

Andere Tools

  • ReviewMeta: Kostenlose Web-App, um Amazon-Bewertungen auf ihre Echtheit zu prüfen. Korrigiert Fake-Bewertungen.

  • SunCalc: Eine kleine App, die Sonnenbewegungen und Sonnenlichtphasen an einem bestimmten Tag, an einem bestimmten Ort anzeigt. Erkennt den Lauf der Sonne, Sonnenaufgang, Sonnenschild, Sonnenuntergang, Azimut, Höhe und Schattenlänge für verschiedene Standorte. Diese App hilft dabei, die Echtheit von Bildern zu falsifizieren.
Suncalc.net

Pipl: Mächtige Personensuche mit Namen, Spitznamen, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse.

Tools für den Unterricht

Marcel Kaufmann, Balzers FL, einer der Organisatoren der Tablet Days, hat in seinem Workshop «Die Macht der Bilder» Bilder aus verschiedensten Blickwinkeln betrachtet und aufgezeigt, wie einfach sie manipuliert werden können. Er hat zudem interessante Ideen skizziert, die mit Schülern zum Thema Fake News umgesetzt werden könnten, zum Beispiel dadurch, dass eine Klasse selbst Fake News produziert.

  • clonezone.link: Mit diesem kostenlosen Tool können Webseiten gefälscht werden. Man gibt den http:-Link einer Webseite ein und kann diese sofort editieren, mit Bildern und Text. Der Link zum Teilen der Seite enhält den Zusatz “clonezone.link”. Für https-Seiten funktioniert der Dienst aber nicht. Kann im Unterricht zum Beispiel eingesetzt werden als Einführung zum Thema Fake News.
How to create a clone: http://clonezone.link/

  • paulnewsman.com: Kostenloser Generator für satirische Fake News. Man wählt eine Zeitung aus, schreibt eine Headline, ergänzt ein Bild, schreibt den Artikel und gibt am Schluss noch Metadaten ein. Dann erhält man einen Link und eine Seite, die erstaunlich echt aussieht. Falls man nicht registriert ist, sind die Artikel nur 24 Stunden online und können höchstens 10 mal gelesen werden.

Paul Newsman: Artikel schreiben

Am Schluss des Artikels wird der Leser aufgeklärt. Paul Newsman kann im Unterricht als Einführung zum Thema Fake News eingesetzt werden.

Paul Newsman: Aufkläruingstext am Schluss eines gefakten Artikels

Weiterführende Links

  • Google News-Initiative: Google plant, falsche Nachrichten mit zwei neuen Tools zu bekämpfen, dem Fact Check Markup Tool und dem Fact Check Explorer. Die Beta Versionen sollen bald freigegeben werden.

  • journaliststoolbox.org: Weitere Journalisten Tools: umfangreiche, aktuelle Übersicht der amerikanischen Society of Professional Journalists.

  • FKIE: Dieses Frauenhofer Tool soll automatisch Fake News erkennen und helfen, deren Verbreiter zu identifiezieren.

  • FactCheckEU ist ein Gemeinschaftsprojekt von europäischen Fact-Check-Einrichtungen zur Bekämpfung von Desinformationen.

  • Gpt-2: Ein Textgenerator, dessen Texte so gut sein sollen, dass sie von menschlichen Texten kaum zu unterscheiden seien. Die Autoren veröffentlichen die Software aber nicht wegen der Gefahr des Missbrauchs mit Fake News.

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