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Immer mehr wird von neuen Unterrichtsformen berichtet und man fragt sich wie die Schule der Zukunft aussehen wird. Lesen Sie in der heutigen Post über unser Projekt «Peer to Peer learning», wo wir neue Unterrichtsformen erproben.

Ausgangslage

An der Wirtschafsmittelschule, wo ich unterrichte, müssen die Schüler im zweiten Jahr das Fach IPT (integrierter Praxisteil) besuchen. Das Fach IPT sieht vor, dass sich die Schüler auf ihr Langzeitpraktikum in Form von Lernbüros, Übungsfirmen, Kundenaufträgen, welche abgewickelt werden oder Mischformen davon vorbereiten. Das Fach IPT wird im Teamteaching von je einer Wirtschafts- und Informatiklehrperson in vier Lektionen pro Woche unterrichtet.

Vor zwei Jahr dachte ich, dass dieses Gefäss eine hervorragende Möglichkeit bietet, eine Übungsfirma, welche Workshops zur Digitalisierung an Sekundarschulen anbietet und vermarktet, zu realisieren. Gesagt, getan. Im ersten Schritt musste die Schulleitung, Lehrpersonen und unser Partner Startfeld St. Gallen für die Idee gewonnen werden. In Rekordzeit konnten alle von der Idee überzeugt werden und so durften wir, meine Kollegin und ich unser Pilotprojekt «Peer to Peer learning» im Startfeld starten.

Worskhop Abend März 2020

Wir hatten keine Ahnung was alles auf uns zukommen wird und hatten folgendes geplant:

Das Fach IPT der Klasse 2FWEC (18 Schülerinnen und Schüler, Durchschnittsalter 17.3 Jahre) wird im Schuljahr 2019/20 als Pilotprojekt in Kooperation mit Smartfeld unterrichtet. Die IPT-Klasse agiert zusammen als eine Unternehmung in der Rechtsform eines Vereins. Das Hauptziel des IPT-Vereins ist der Aufbau und die Durchführung von verschiedenen Workshops rund um das Thema Digitalisierung. Diese Workshops richten sich hauptsächlich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarschulen. Der Verein muss durch ein selbst erstelltes Werbekonzept dafür sorgen, dass die Workshops besucht werden. Smartfeld stellt ihre Räumlichkeiten für die Durchführung zur Verfügung. Für die Erstellung der Workshops stehen Partner von Smartfeld wie z.B. die Pädagogische Hochschule zur Verfügung.

Zeitlicher Ablauf

Phase – Kalenderwoche – (geplante Wochen)
Start 33 – 36 (4)
Idee 37 – 43 (3)
Entwicklung und Verkauf 44 – 51 (8)
Vorbereitung 2 – 6 (4)
Workshop 7 – 18 (10)
Evaluation 19 – 23 (5)

Durchführung

Unsere Planung ging auf und wir konnten mehr oder weniger die obenerwähnten Phasen einhalten. Als Kommunikationsplattform verwendeten wir Microsoft Teams. Der Unterricht wurde mehrheitlich in den Räumlichkeiten von Startfeld durchgeführt. Bevor wir mit den Workshops im Februar 2020 starteten führten wir einen Testlauf mit zwei Sekundarschulklassen durch.

3D Workshop

Es war eindrücklich zu sehen wie die Klasse, welche sechs verschiedene Workshops zu Robotik, 3D-Druck, Hologramm, Computer und soziale Medien entwickelte, zusammenarbeitete. Die zehn angebotenen Workshops waren sehr schnell «verkauft». Bis zum Lockdown konnte die Klasse drei Workshop Nachmittage und ein Workshopabend durchführen.

Durch die guten Rückmeldungen bewilligte die Schulleitung, dass wir unser Projekt auch im Schuljahr 20/21 durchführen dürfen. Dieses Mal aber mit zwei Wirtschaftsmittelschulklassen. So sind wir diesen August mit zwei Klassen gestartet. Ein Klasse bietet wiederum Workshops zur Digitalisierung an 6. Klässler, die andere Klasse Workshops an Sekundarschulen an.

Das diesjährige Angebot können Sie für die 6. Klassen hier und Sekundarschulklassen hier nachlesen.

Stimmen

Über unser Projekt wurde in der letzten Zeit öfters berichtet.
St. Galler Tagblatt hier.

St.Galler Tagblatt Artikel

Educreators hier.

Clip Educretator peer to peer youtube

Delviros orell füssli hier.

Artikel delviros Peer to Peer

Fazit

Im letzten Schuljahr konnte ich sehr viel Neues on the Job zu den neuen Unterrichtsformen und zur Digitalisierung lernen. Was mich am meisten beeindruckt hat, ist wie die Schüler auf einmal mitarbeiten, mitdenken, gemeinsam Lösungen suchen, nach der Schule weiterarbeiten, am Wochenende erreichbar sind, Spass haben. Mit einem gemeinsamen Zeil spannende Workshops für die jüngeren Schüler zu entwickeln und durchzuführen.

Der Zusammenhalt der Klasse hat sich stets verbessert und jeder Schüler hat seinen Platz und Aufgabe gefunden. Schüler, welche bis anhin nie was sagten, begrüssten die Sekundarschulklassen und führten die Begrüssung durch. Die Sozialkompetenz aller Schüler ist dank diesem Projekt stark gestiegen.

Seit August 20 sind wir mit einer neuen Klasse gestartet. In diesem Jahr versuchen wir uns noch mehr zurück zu nehmen und die Klasse arbeiten und entscheiden zu lassen. Wir sind die Dirigentinnen und schauen, dass wir unser Ziel «spannende Workshops für die Sekundarschulen zum Thema Digitalisierung» anzubieten erreichen.

Das wir dieses Projekt in dieser Form durchführen können, funktioniert nur, weil uns Partner unterstützen. Startfeld resp. Smartfeld unterstützt uns mit ihrer Infrastruktur und Knowhow. Sie helfen uns Fachexperten an unsere Workshop Teams vermittelt, welche bei der Realisierung der Workshops helfen.

Letztes Jahr unterstützte uns die Metrohm Stiftung damit wir zwei VR Brillen und einen neuen 3D Drucker kaufen konnten. In diesem Jahr haben wir uns bei der Gebert Rüf Stiftung um eine Unterstützung beworben. Wir hatten Glück und unser Peer to Peer learning Projekt wird in den nächsten drei Jahren grosszügig unterstützt.

In den letzten eineinhalb Jahren hat sich meine Rolle als Lehrperson geändert. Ich bin für meine Schüler Coach, Beraterin, Lösungsfinderin und vieles mehr. Mir gefällt diese Rolle, auch wenn der Zeitaufwand eines solchen Settings viel grösser ist. Ich werde jede Woche von meinen Schülerinnen und Schülern belohnt wenn Sie begeistert weiter an ihren Workshops «basteln».

Workshop Entwicklung Unterstützung von Mathias Kirf PHSG

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Peer to Peer learning

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