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Die erste Corona-Welle ist vorbei. Die meisten Lehrerinnen und Lehrer sind zurück in den Schulzimmer. Es wird wieder live unterrichtet. Viele haben in den  letzten Monaten auf Teams gesetzt für den Fernunterricht, einige auf Zoom oder noch andere Software für ihre Video-Konferenzen. Die meisten Lösungen gehören grossen Firmen, die stets auch an Daten interessiert sind. Nicht so Jitsi Meet. Diese Software wurde als Open Source Projekt entwickelt. Dahinter steht keine Firma. Der Code ist offen. Die Video-Konferenzen sind komplett verschlüsselt und werden nirgends gespeichert. Und man braucht sich auch nirgends zu registrieren. Ideal für Sitzungen, Gruppenarbeiten von Schülerinnen und Schülern. Damit ist man gerüstet für die zweite Welle.

Alle Software-Lösungen für Video-Konferenzen, die ich bisher kannte, haben irgend einen Nachteil. Zoom beispielsweise hat Probleme mit dem Datenschutz. Teams von Microsoft ist nur innerhalb der eigenen Organisation praktisch. Viele andere kommen gar nicht erst in Frage, weil sie zu viel kosten. Ohne all diese Nachteile ist Jitsi Meet. Das ist eine schlanke, sichere, quelloffene Lösung, die im Browser läuft, keine Anmeldung verlangt und keine Daten sammelt.

Wie funktioniert's?

Für Jitsi Meet ist keine Softwareinstallation nötig. Es läuft im Browser – am besten im Chrome und im neuen Edge.  Für Smartphones gibt es Apps im Google Play Store und im App Store. Jitsi Meet nutzt den WebRTC-Standard, um die Video-Daten über das Internet auszutauschen. Die Daten laufen über einen Server, auf dem die Open Source Software läuft, die die Videkonferenzen ermöglicht. Wenn man sich auf keinen fremden Anbieter dieser Dienstleistung verlassen möchte, kann man die Server Software gratis bei GitHub herunterladen und auf einem eigenen Linux-Server betreiben. Oder aber man nutzt einen der vielen Server, die bereits existieren. Eine Liste aller Server in der Schweiz gibt es bei GitHubAm einfachsten ist jedoch, wenn man den Server von Jitsi nutzt: https://meet.jit.si/.

Das Starten einer Videokonrerenz könnte einfacher nicht sein: Man geht auf die Seite https://meet.jit.si/, gibt einen Namen für die Konferenz ein und startet die Konferenz. Fertig!

Ist eine Konferenz gestartet, kann man ein Passwort vergeben, so dass sich nur Personen in die Konferenz einschalten können, die das Passwort kennen. Danach teilt man seinen Leuten den Link oder den Namen der Konferenz mit, so dass sie sich in die Konferenz einschalten können. Für alle diese Aktionen muss man überhaupt keine Daten von sich preis geben. Es ist kein Login nötig, man muss keine Mailadresse angeben. Nicht mal ein Benutzername oder Alias ist nötig.

Trotzdem hat man alle von anderen Anwendungen bekannten Features zur Verfügung, wenn eine Konferenz mal eröffnet ist:

  • Es gibt eine Chat-Funktion. (Dafür muss man für sich einen Namen wählen)
  • Es gibt eine Privat-Chat-Funktion, mit der man eine bestimmten Person eine Nachricht senden kann.
  • Man kann den ganzen Bildschirm oder auch nur einzelne Programmfenster teilen.
  • Es gibt die Hand-Hoch-Funktion
  • Man kann andere TeilnehmerInnen stummschalten.
  • Man kann eine Konferenz aufzeichnen. (Funktioniert nur bei https://meet.jit.si. Die Aufzeichnung wird in der privaten Dropbox gespeichert.)
  • Es können beliebig viele Personen an der Konferenz teilnehmen.
Video-Konferenz mit 35+ Teilnehmenden. Bild: twitter.com

Übersicht über alle Videokonferenz-Angebote

Wer sich eine Übersicht verschaffen will über alle Video-Konferenz-Angebote, die in der Schweiz und im Schulzusammenhang verfügbar sind, findet bei eduport.ch eine sehr umfassende Liste. Ebenso findet sich dort ein Faktenblatt Webkonferen Lösungen. Darin sind alle wichtigen Fragen aufgelistet, die sich im Schulkontext im Zusammenhang mit Videokonferenzen stellen.

Die beiden Jitsi-Angebote in dieser Liste laufen auf Servern in der Schweiz. Einer davon (Escola) ist ein Bezahlangebot. Bei beiden Lösungen ist der Gerichtsstand Schweiz (im Unterschied zum oben beschriebenen Angebot von  https://meet.jit.si/). Dafür ist bei beiden Angeboten keine Aufnahme der Konferenz möglich.

Ebenfalls ein Gratis-Angebot mit Server und Gerichtsstand in der Schweiz, bei dem jedoch eine Aufnahme möglich sein sollte, gibt es beim Hosting-Provider Hosttech.

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