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Vor drei Wochen haben wir hier berichtet, wie man mit einem Raspberry Pi und der Octoprint-Software einen Printserver aufsetzen kann für den 3D-Drucker.  In diesem Post stelle ich nun noch zwei Octoprint-Plugins, mit denen man den 3D-Drucker über das Internet steuern und überwachen kann.  Der SpaghettiDetective ist sogar in der Lage, den Benutzer zu warnen, wenn der Drucker einen Fehler mach und Spaghetti druckt.

Mit dem Octopi kann der 3D-Drucker ins lokale Netzwerk eingebunden werden. Das ist sehr praktisch. Doch sehr oft dauern die Drucke sehr lange und man möchte eine Möglichkeit haben, den Drucker zu beobachten, zu überwachen und notfalls zu steuern oder gar zu stoppen. Genau diese Funktionalität bieten zwei Plugins, die sehr einfach über den Plugin-Manager von Octoprint installiert werden können: 

 

  • The Spaghetti Detective: Der OctoPi verbindet sich mit dem Server von SpaghettiDetective. Dieser beobachtet über die Kamera des OctoPi den Druck und stellt dank künstlicher Intelligenz fest, wenn der Drucker nicht mehr einwandfrei druckt. Darauf sendet er dem Benutzer eine Mail, eine SMS oder stoppt den Druck automatisch.
  • PolarCloud: Auch bei diesem Dienst verbindet sich der OctoPi über das Internet mit einem Server. Über die Weboberfläche von Polar Cloud lassen sich Drucke starten, beobachten und wieder stoppen. Zudem lassen sich auf Polar Cloud mehrere Benutzer einer Schule registrieren, so dass verschiedene Personen auf den gleichen Drucker zugreifen können. 

Beide Lösungen funktionieren einwandfrei und bieten die nötige Sicherheit, weil man nicht direkt über das Internet auf die Weboberfläche des OctoPi zugreifen kann. Gar nicht zu empfehlen ist das Ansteuern des OctoPi über eine dynamische DNS. Denn damit könnten Hacker versuchen, direkt auf den 3D-Drucker zuzugreifen. Das kann schnell gefährlich werden, denn immerhin verfügen viele Drucker über ein heizbares Bett und über Druckköpfe, die bis zu 300 Grad heiss werden können. Hier gibt es eine Liste von Drucker, die über das Internet erreichbar sind. Teilweise sind sie nicht mal mit einem Passwort geschützt!

The Spaghetti Detective

The Spaghetti Detective wird über den Plugin Manager von OctoPrint auf dem OctoPi installiert. Dazu geht man in der Weboberfläche des OctoPi auf die Einstellungen und dort auf den PluginManager. Ganz unten gibt es den Button “Mehr…” oder “Get More…”. 

Dies öffnet eine Suchmaske, um Plugins aus dem Repository zu suchen. In die Suchmaske gibt man danach “Spaghetti” ein und findet so das Plugin, das man mit einem Klick auf den “Installieren”-Knopf installieren kann.

Nach einem Neustart der OctoPrint-Software gelangt man direkt zum Setup-Wizard von Spaghetti Detective. 

Mit einem Klick auf “Sign up” gelangt man auf die Webseite von Sphaghetti Detective, auf der die restlichen Eisntellungen vorgenommen werden müssen. 

Als erstes muss ein Konto erstellt werden.

Danach kann man eine Telefonnummer angeben, damit Spaghetti Detective Warnungen auch aufs Smartphone senden kann.

Nachdem man eingeloggt ist, kann man den eigenen Drucker zufügen. 

Dazu gibt man dem Drucker einen Namen und nimmt die nötigen Eisntellungen vor.

Auf dem nächsten Bildschirm wird einem dann ein Token angezeigt.

Dieses Token kopiert man schliesslich in der Weboberfläche von Octoprint in das entsprechende Feld und klickt auf “Save”.

Danach kehrt man zurück auf die Webseite von Spaghetti Detective. Dort sollte nun der Drucker erscheinen.

Spaghetti Detective nutzen

Um den Drucker nun über das Internet fernzusteuern, geht man auf die Seite von Spaghetti Detective. Nach dem Einloggen gelangt man direkt auf die Drucker-Ansicht. Dort sieht man das Bild der Kamera sowie die Temperaturen der Druckköpfe und des Druckbetts.

Wenn der Drucker einen Auftrag bearbeitet, schaltet der Spaghetti Detective auf Überwachung um und interpretiert die Bilder von der Kamera mit einer künstlichen Intelligenz. Sobald es auffällige Muster im Bild gibt, die nach Fehler aussehen, zeigt dies der Spaghetti Detective an, indem er von grün auf orange wechselt.

Der Spaghetti Detective lässt sich sogar so einstellen, dass er den Drucker automatisch pausiert, sobald der Zeiger in den roten Bereich wechselt. Davon ist allerdings abzuraten. Mir wurde ein Druck unterbrochen, weil jemand das Licht im Raum abgeschaltet hat, in dem der Drucker steht. Dadurch hat die künstliche Intelligenz die geänderten Lichtverhältnisse als Fehler interpretiert und den Druck abgebrochen. Ziemlich ärgerlich.

Polar Cloud

Für die Installation von Polar Cloud sollte man zuerst einen Account bei Polar Cloud anlegen. Dabei kann man sich direkt über eine bestehende Identität (Google, Office365 etc.) registrieren.

Sobald man eingeloggt ist, findet man in seinem Konto einen Button “Cloud Account”.

Und auf den nächsten Bild findet sich ganz zuunterst eine PIN. Diese wird nach der Installation des Plugins in der OctoPrint-Software benötigt.

Im nächsten Schritt wird im Plugin-Manager von OctoPrint (Einstellungen -> Plugin-Manager -> “Mehr…”–> “Polar Cloud” suchen) das Polar Cloud-Plugin installiert.

Nach der Installation muss OctoPrint neu gestartet werden und man gelangt direkt auf die Einstellungen von Polar Cloud.

 

Hier gibt man nun die Mailadresse ein, die man beim erstellen des Polar-Cloud-Accounts benützt hat sowie den Pin, den man auf der Webseite von Polar Cloud bekommen hat. Fertig.

Polar Cloud benützen

Ist der Drucker einmal eingerichtet, findet man ihn auf der Webseite von Polar Cloud. Alle wichtigen Informationen sowie das Kamerabild sind auf einen Blick einsehbar.

Auch die Steuerung des Druckers ist über die Weboberfläche von Polar Cloud sehr einfach und intuitiv. 

So finden sich die grundlegenden Befehle (Restart, Shutdown etc.) unter Commands.

Über die Weboberfläche lassen sich auch Printjobs starten. Dazu lädt man über die Schalftläche “G-CODE” eine Datei hoch und startet den Druckauftrag.

Mit Polar Cloud lässt sich der ganze Drucker steuern. So können das Heizbett wie auch die Druckköpfe einzeln angepasst oder ganz ausgeschaltet werden bei Bedarf. Beim Klick auf das entsprechende Symbol öffnet sich ein Dialog, der einem die Anpassungen erlaubt.

Schule einrichten

Ein sehr interessantes Feature von Polar Cloud ist die Möglichkeit, eine Schule einzurichten. Damit können auch Schülerinnen und Schüler sowie andere Lehrpersonen auf den Drucker zugreifen.

Die Einrichtung einer Schule nimmt man vor, indem man auf das eigene Konto und dann auf “Join School” klickt. 

Danach sucht man im rechten Bereich nach irgend etwas und klickt danach auf “Create School”

Nachdem man die Daten der Schule (Name, Adresse etc.) eingegeben hat kann man sich selbst oder jemand anderes als Schul-Administrator auswählen. 

Schliesslich wird der eigene Printer der Schule zugeordnet und fertig.

Durch das Anlegen einer Schule wird es Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern ermöglicht, selbst auf den Drucker zuzugreifen. Mit einem einfach Code können sie sich bei Polar Cloud anmelden und sich der Schule anschliessen. Sobald dies geschehen ist, können sie Print-Jobs auf das Portal hochladen. Der Admin kann dann von dort aus die Jobs starten. 

Das Beitreten zu einer Schul-Gruppe geschieht über einen Code.

Das Hochladen einer Datei geschieht auf dem Dashboard über den Button “Upload”.

Nach dem Upload sieht der User, wie das Objekt aussieht und kann von dort einen Print-Job auslösen.

Je nach Rechten des Benutzers kann er oder sie den Job direkt auf den Drucker senden oder über den Admin drucken lassen. So kann verhindert werden, dass uneingeweihte Nutzerinnen und Nutzer den Drucker beschädigen.

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2 Kommentare zu „3D-Druck über die Cloud überwachen und steuern

  • Februar 9, 2020 um 8:11 pm
    Permalink

    Ergänzend möchte ich auf das Pricing von The Spaghetti Detective hinweisen: https://app.thespaghettidetective.com/ent/pricing/
    Bei der Gratisversion wird nur ein Bild pro 10 Sekunden übertragen. Das ist mir zu wenig. Da wir in der Schule 3 Drucker haben, die ich überwachen will, werden somit jährlich rund CHF 100.- Kosten generiert. Dies lohnt sich aus meiner Erfahrung aber sehr.

    Antworten
    • Februar 9, 2020 um 8:15 pm
      Permalink

      Danke, Thomas, für den wichtigen Hinweis.

      Antworten

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