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Wie bringe ich alle Schülerinnen und Schüler dazu, sich mit einer Fragestellung auseinanderzusetzen? Dieses Problem beschäftigt mich in meinem Unterricht sehr oft. Endlich habe ich dafür das perfekte Tool gefunden: answergarden.ch. Die Schüler antworten auf eine Frage mit ihrem Handy. Die Antworten werden live am Beamer angezeigt.
In meinem Unterricht in Mathematik arbeite ich sehr oft mit offenen Fragestellungen. Meine Absicht dabei ist klar: Ich möchte, dass sich die SchülerInnen mathematische Gedanken machen, ohne dass zum Vornherein klar ist, was falsch und was richtig ist, Ausprobieren von Ideen, kreativer Umgang mit Wissen. Im “normalen” Unterricht, sprich Lehrer-Schüler-Gespräch, ist dies meist nicht recht möglich. Aus Sicht der Lehrperson sieht es zwar so aus, dass die Lernenden aktiv sind und sich am Gespräch beteiligen. In der Realität gelingt es aber meist nicht, mehr als rund 40% zu aktivieren. Der Rest hört passiv mit oder ist ganz untätig.
Im einem eTwinning-Kurs in Brüssel habe ich answergarden.ch kennen gelernt und bin begeistert. Answergarden ist ein sehr einfach gehaltener Online-Dienst, bei dem man schnell und einfach eine Frage eingeben kann und diese per QR-Code über den Beamer oder per URL öffentlich machen kann. Die SchülerInnen erhalten die Möglichkeit, mit ihrem Laptop oder ihrem eigenen Smartphone – über das erstaunlicherweise die meisten GymnasiastInnen verfügen – ihre Antworten (bis zu 20 Zeichen) einzugeben. Am Beamer erscheinen dann diese Antworten sofort als Tags.
Dabei erscheinen jene Antworten, die häufiger eingegeben worden sind, grösser als die anderen. Indem man über eine Antwort fährt, wird einem die Häufigkeit einer Antwort angezeigt.
Ich habe Answergarden bereits in einigen Situation angewendet. Die Resultate sind beeindruckend. Beispielsweise habe ic die Schüler eine für sie sehr schwierige Mathematik-Aufgabe lösen  und sie die Resultate per Answergarden mittteilen lassen. Allein die Tatsache, dass sie die Lösungen mit ihrem eigenen Phone mitteilen konnten, liess sie mit grossem Eifer an den Aufgabe arbeiten. Sie hatten offensichtlich Spass am Knobeln und liessen nicht locker, bis sie das Resultat hatten.
Für die anschliessende Aufgaben-Besprechung blieben die verschiedenen Resultate stehen, was mir die Möglichkeit gab, auf verschiedene Fehlkonzepte oder falsche Lösungsansätze einzugehen. Insgesamt konnte ich feststellen, dass die SchülerInnen motivierter waren, länger an der Aufgabe verweilten und ich die Lernziele für diese Lektion erreichen konnte.
Eine andere Anwendung von AnswerGarden, die ebenfalls sehr nützlich ist, ist MicroGarden. Dieser Dienst ermöglicht es einem, auf einfache Art und Weise anonyme Umfragen zu machen. Dabei sind die verschiedenen Antworten nicht sichtbar. Die NutzerInnen sehen nur die Frage und das Eingabefeld.  

Wozu?

Answergarden lässt sich in verschiedenen Bereichen einsetzen. Zum einen direkt im Unterricht wie oben beschrieben. Der Zeitaufwand dafür ist minimal. Zum andern lassen sich aber natürlich über Moodle oder andere Lernplattformen Stichworte sammeln zu einem Unterrichts-Thema sammeln. Als Einstieg in eine neue Unterrichtseinheit kann dies wertvoll sein. Ausserdem lassen sich so auch auf einfache Art und Weise kleine Umfragen starten, die die SchülerInnen anonym und von zu Hause aus bearbeiten können. Auch als Feedback-Tool für Präsentationen ist Answergarden gut einsetzbar.

Wie funktionierts?

Eine Answergarden-Aufgabe zu erstellen ist denkbar einfach. Auf der Seite answergarden.ch öffnet sich mit “Create AnswerGarden” ein einfaches Fenster, wo die nötigen Angaben gemacht werden können. Das ganze benötigt – auch live im Unterricht – ca. 30 Sekunden. Sobald die Eingaben gemacht sind, lässt sich ein QR-Code über den Beamer einblenden, der es den SchülerInnen ermöglicht, mittels QR-Reader und Browser auf dem Smartphone auf die entsprechende Seite zu gehen und ihre Eingaben zu machen.
Answergarden funktioniert (leider) mit Flash. Allerding: Für Smartphones oder Browser, die kein Flash unterstützen, wechselt die Ansicht automatisch auf eine HTML-basierte Version. Die ganze Anwendung ist so konzipiert, dass sie funktioniert – unabhängig von Gerät oder Betriebssystem.
Schliesslich besteht – ebenfalls äusserst einfach und intuitiv – die Möglichkeit, einen bestehenden Answergarden auf allen gängigen sozialen Medien und Blog-Diensten teilen. Die Antworten lassen sich auch in Wordle oder Tagexpo exportieren, um sie als Tag-Cloud in andere Dokumente zu integrieren.  Wer anstatt der statischen eine dynamische, interaktive Ansicht eines Answergardens wünscht, kann ihn auch in andere Seiten einbetten. Der untenstehende Answergarden ist mit wenig Html-Code eingebettet worden. Auch hier ist alles einfach, übersichtlich und intuitiv gehalten.
Hinter AnswerGarden steckt Creative Heroes, eine Firma mit Sitz in Amsterdam. Die .ch Endung in der Domain steht deshalb nicht für einen Schweizer Dienst, sondern für Creative Heroes.
Schüler-Interaktion neu definiert

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