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Wer mit Schülerinnen und Schülern einfach und schnell kommunizieren will, kommt um Facebook kaum herum. Schnell einen Auftrag erteilen oder daran erinnern, ein bestimmtes Buch mitzunehmen – über Facebook alles kein Problem. Die Schülerinnen und Schülern wissen innert 10 Minuten Bescheid. Der grosse Haken dabei: Damit man mit Schülern in Kontakt treten kann, muss man befreundet sein. Doch wer möchte das schon? Dazu einige Überlegungen.

Informationen innerhalb einer Gruppe auszutauschen, war der ursprüngliche Gedanke von Facebook. Und dies ist auch im Umgang mit Schülerinnen und Schülern überaus praktisch. Oft ist man froh, wenn man den Schülern zwischendurch eine kleine Mitteilung machen kann. Natürlich kann man dies per Mail machen. Allerdings läuft man dabei Gefahr, dass viele Schüler während mehrerer Tage ihr Mail gar nicht anschauen und so die Information verpassen. Kommuniziert man über Facebook, passiert dies garantiert nicht.
Für diese Art der Kommunikation sind Facebook-Gruppen ideal geeignet. Ein Post in der Klassen-Gruppe wird innerhalb von Minuten von den meisten gelesen. Über die Facebook-Smartphone-App ist die Kommunikation (in beide Richtungen) zudem von überall her und jederzeit möglich. Der einzige – und gewichtige – Nachteil ist, dass man als Lehrperson mit mindestens einer Schülerin oder einem Schüler befreundet sein muss, um eine solche Gruppe aufbauen zu können. Dabei stellen sich diverse heikle Fragen. Wie soll man es angehen, um Gruppen aufzubauen, in denen SchülerInnen und LehrerInnen gemeinsam kommunizieren zu können?

1. Schüler adden Lehrer

Wichtigster Punkt ist wohl, dass die SchülerInnen jederzeit selbst entscheiden können, ob sie eine Lehrperson zur ihren “Freunden” zufügen wollen. Der beste Weg ist deshalb, mit den SchülerInnen die Situation zu besprechen und eine Person in der Klasse zu finden, die bereit ist, die Lehrperson zu ihren “Freunden” hinzuzufügen. Dabei gilt, dass immer die Lehrperson eine “Freundschafts”-Anfrage macht und die SchülerInnen diese bestätigen oder ablehnen.
Seit einiger Zeit besteht bei Facebook die Möglichkeit, eigene Listen zu definieren, für die man individuelle Privacy-Einstellungen vornehmen kann. Ist man also mit Schülerinnen und Schülern befreundet, sollte man für diese eine Liste “Schule” anlegen, deren Mitglieder fast nicht vom eigenen persönlichen Profil sehen können. Umgekehrt sollten auch die SchülerInnen, die sich zu einer Lehrer-“Freundschaft” bereit erklären, eine solche Liste anlegen.

2. Aufklären

Die SchülerInnen sollten darüber informiert werden, wie man Facebook als Lehrperson nutzt und welche Sichtbarkeitseinstellungen man für sich gewählt hat. Hat man sich einmal entschieden, Facebook einzusetzen, sollte man den SchülerInnen auch mitteilen, dass alle “Freundschafts”-Anfragen angenommen werden.

3. Umgang mit Informationen

Ob man will oder nicht, erhält man als Lehrperson von “befreundeten” SchülerInnen Informationen in Form von Postings, Fotos etc. Die SchülerInnen sollten deshalb informiert sein, wie man mit solchen Informationen umgeht. Dabei können folgende Puntke zur Sprache kommen:
  • Fotos und Postings werden angeschaut
  • Die Informationen, die man erhält, haben keinerlei Auswirkungen auf die Noten
  • Bei Verletzungen der Regeln durch Schüler-Postings oder -Fotos wird die Schülerin der Schüler darauf angesprochen
  • Bei groben Verletzungen der Regeln können auch disziplinarische Massnahmen ergriffen werden
  • Das Internet vergisst nichts! Auch gelöschte Posts sind noch vorhanden.


4. Keine Interaktion

Eine der wichtigsten Regeln im Umgang mit Schüler-“Freundschaften” ist das Verbot von Interaktion. Man sollte es als Lehrperson auf jeden Fall unterlassen, Postings, Fotos oder sonstige Einträge auf den Schüler-Seiten zu kommentieren.
Jegliche Kommunikation mit SchülerInnen sollte ausschliesslich über die Gruppen-Seite passieren, so dass alle Gruppenmitglieder (also die ganze Klasse) jederzeit sehen kann, wann die Lehrperson etwas geschrieben hat.
Auch wenn die SchülerInnen auf der eigenenen Facebook-Seite der Lehrperson einen Eintrag machen, sollte man nicht auf der persönlichen Seite, sondern nur auf der Gruppenseite darauf reagieren.

5. Transparenz gegenüber den Eltern

Lässt man sich auf Schüler-“Freundschaften” ein, sollten die Eltern darüber informiert sein, zum Beispiel indem man den SchülerInnen ein Schreiben zu Handen der Eltern übergibt. Auch die Eltern sollten wissen, wie man als Lehrperson mit Schüler-“Freundschaften” umgeht.
Zudem sollten die Eltern ebenfalls die Möglichkeit erhalten, mit der Lehrperson “befreundet” zu sein, wenn sie dies wünschen. Am Besten legt man sich gleich auch eine “Eltern”-Liste mit eingeschränkten Sichtbarkeiten an.

6. Warten bis Schule bei Facebook registriert ist

Facebook ist seit einiger Zeit dabei, Schulen als Organisationen in ihr Netzwerk aufzunehmen. Ist eine Schule aufgenommen, können schulintern Gruppen errichtet werden, deren Mitglieder nicht zwingend miteinander “befreundet” sein müssen. Um einer solchen Schulgruppe betreten zu können, reicht eine schuleigene Mailadresse. Auf der Seite www.facebook.com/about/groups/schools lässt sich herausfinden, ob die eigene Schule bereits bei Facebook registriert ist.
Leider ist es mir bis jetzt noch nicht gelungen, in Erfahrung zu bringen, wie und wann eine Schule in Facebook aufgenommen wird, und was sie für Bedingungen erfüllen muss. Aber ich bleibe dran!

Links:

  • Blog von Fräulen Rot zum Thema: Link
  • Halbtagsblog von zwei Lehrpersonen: Link
  • “Schüler und Lehrer bei Facebook: Die Regeln der Freundschaft” auf Spiegel-Online: Link
  • “Lehrer im Internet: Stolperfalle Facebook” auf Spiegel-Online: Link
Facebook-Freundschaften mit Schülern

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