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Wie kommuniziert man mit Schülerinnen und Schülern über Social Media-Netzwerke? Diese Frage ist äusserst delikat und im Internet findet man unzählige Beispiele von Missbräuchen und heiklen Situationen, die vor allem dadurch entstehen, weil man bei Facebook “befreundet” sein muss,  um miteinander in Kontakt zu treten. Abhilfe schafft hier Edmodo – das Schul-Facebook.

Telefonlisten und Email sind für die Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern längst passé. Zwar ist Email nach wie vor sehr weit verbreitet in der Geschäfts- und Erwachsenenwelt. Doch Schülerinnen und Schüler nutzen Email kaum und checken ihre Mails manchmal tagelang nicht. Ganz anders Facebook. Dieses ist jederzeit verfügbar und wird von den Jugendlichen überaus intensiv eingesetzt. Wieso also nicht Facebook nutzen für die Kommunikation mit Schülern? Am Morgen eine kurze Mitteilung senden, damit alle das richtige Material dabei haben – kein Problem mit Facebook. 5 Minuten nach dem Senden der Mitteilung haben sämtliche SchülerInnen die Mitteilung erhalten.

Doch Facebook hat gravierende Nachteile. Der Wichtigste ist sicher, dass nur die wenigsten Lehrpersonen mit ihren SchülerInnen “befreundet” sein wollen. (Wer dies trotzdem möchte, findet hier übrigens ein paar interessante Gedanken und Leitlinien, wie man mit diesem Thema einen Umgang finden kann.) Unter den Jugendlichen ist der Fall noch klarer: Wer möchte schon mit seinem Lehrer befreundet sein?

Edmodo – das Schul-Facebook

Dennoch muss man als Lehrperson nicht ganz auf diese praktische Form der Lehrer-Schüler-Kommunikation per Social Media verzichten. Abhilfe schafft nämlich Edmodo. Dieser Dienst wurde extra für die Schule entwickelt und bietet sämtliche Vorteile von Facebook und verzichtet auf die Nachteile.
Insbesondere ist die Organisation einer Klasse oder Gruppe völlig anders geregelt als bei Facebook. Man braucht nicht befreundet zu sein, um miteinander in Kontakt zu treten, sondern lediglich über einen Edmodo-Account zu verfügen.
Als Lehrperson loggt man sich per Lehrer-Login ein und hat die Möglichkeit, selbst beliebig viele Klassen und Gruppen anzulegen. Nachdem auch die SchülerInnen ihr Login haben, kann man diese in die Klasse (Gruppe) einladen, indem man einen Zugangs-Schlüssel generieren lässt und diesen den SchülerInnen mitteilt. Diese schreiben sich dann selbst in die Klasse ein. Das ist alles.
Danach stehen SchülerInnen und LehrerInnen  ähnliche Funktionen zur Verfügung wie bei Facebook. Die wichtigste ist sicher, kurze Mitteilungen schreiben zu können. Diese werden auf der Website sofort angezeigt und alle Mitglieder der Gruppe erhalten eine Mail. Das Beste ist jedoch, dass es zu Edmodo auch sehr übersichtliche Apps für IOS und Android gibt, so dass die SchülerInnen beim Eingehen einer neuen Nachricht sofort auf Ihrem Handy benachrichtigt werden.
Darüber hinaus ist Edmodo für den Betrieb in einer Schule optimiert. Der Dienst bietet nämlich auch die Möglichkeit, den SchülerInnen Aufgaben und Quizzes (einfache Prüfungs-Fragen) zu präsentieren, sowie sie an einer Umfrage beteiligen zu lassen. Aufgaben und Quizzes können kommentiert und benotet werden, so dass die SchülerInnen ein direktes Feedback auf ihre Bemühungen erhalten.
Und schliesslich besteht für die SchülerInnen sogar die Möglichkeit, ihren Eltern einen Zugang zu verschaffen, so dass auch die Erziehungsberechtigten Einblick in den Schulalltag ihrer Kinder erhalten.

Fazit

Ich setzte Edmodo derzeit testweise in meiner Klasse im Ergänzungsfach Informatik ein und habe durchs Band gute Erfahrungen gemacht. Ohne direkt darauf hinzuweisen, haben sich die Schüler – die männliche Form ist hier leider tatsächlich angebracht – die entsprechenden Smartphone-Apps heruntergeladen und installiert. Die Kommunikation hat sich für mich dadurch sehr vereinfacht. Kurzfristige Hinweise oder Aufträge kommen bei den Schülern garantiert an, weil sie direkt auf die Smartphones gesendet werden. Die Ausrede, “mein Mail funktioniert nicht”, wird hinfällig.
In anderen Klassen arbeite ich noch mit speziellen Facebook-Gruppen für die jeweiligen Klassen. Doch dies ist – aus meiner Sicht – keine Lösung. Denn für mich wie für die SchülerInnen ist es trotz allem unangenehm, gegenseitig “befreundet” zu sein zu müssen.
Edmodo – Das Schul-Facebook

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