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Mit welchen Tools kann bei einer Echtzeitveranstaltung ein Kanal eingerichtet werden, der die Kommunikation unter den TeilnehmerInnen parallel zu den Keynotes und Workshops aufrechterhält und für alle sichtbar macht? 

Ausgangspunkt für diese Suche nach einem sogenannten Backchannel war ein Schilf, bei dem ein Informationskanal fehlte, um kurzfristig eine Programmänderung wie die spontane Verkürzung der Mittagszeit bekannt zu geben. Zudem hätte mit einem Backchannel in der Schlussphase elegant das Feedback der Kursteilnehmer eingeholt werden können.
Gesucht ist also ein einfaches Tool, das wie Jodel oder Yickyak ohne Login und ohne spezielles technisches Know-how von möglichst allen TeilnehmerInnen ad hoc genutzt werden kann. Es darf aber nicht so offen und für alle im Umkreis des Campus zugänglich sein wie die genannten Schülerkanäle. WhatsApp und Twitter fallen eher weg, da oft nur wenige TeilnehmerInnen einen Account haben oder nicht bereit sind, die Apps zu nutzen.

Im Folgenden skizziere ich Ideen, mit denen ein Backchannel eingerichtet werden könnte.

1) Funktionen eines Backchannels

Zunächst: Was sind die Hauptfunktionen eines Backchannels bei einer Weiterbildung, bei einer Konferenz, bei einem kantonalen Fachgruppentreffen, bei einer Sitzung mit hoher Teilnehmerzahl, bei einem Konvent oder auch im Unterricht?

  • Kommunikation unter den TeilnehmerInnen: Man kann sich austauschen, Fragen stellen, selbst Fragen beantworten, kommentieren, Meinungen oder Kritik äussern. Die Aktivität des Publikums wird gesteigert. Die Kommunikation kann über die Präsenzveranstaltung hinaus weitergeführt werden.
  • Backchanneling: Die Kursteilnehmer können Anregungen geben, die periodisch im Verlauf der Tagung thematisiert oder am Schluss diskutiert werden. Der Redner erhält Echtzeitfeedback. 
  • Ressourcen teilen: Die Teilnehmer können schon während der Veranstaltung Links oder Hinweise auf weiterführende Materialien austauschen.
  • Gemeinsame Notizen: Man kann im Team Notizen erstellen bis hin zu einem gemeinsamen Protokoll.
  • Brainstorming: Zu Beginn einer Veranstaltung können die brennenden Fragen, Erwartungen und Vorbehalte gesammelt werden.
  • Schlussrunde: Am Schluss kann das Feedback der Zuhörer eingeholt werden. Als Ergänzung könnten auch Links zu einer Umfrage, zu einem Quiz oder zu einer Evaluation verteilt werden.
  • Informationen durch die Kursorganisation: Die Kursleitung kann Informationen wie die Zimmerzuteilung oder die Zusammensetzung der Gruppen bekannt geben oder Programmänderungen kommunizieren. Auch Trouble Shooting wird vereinfacht.
  • Dokumentation: Der Chatverlauf kann archiviert werden. Nicht-Anwesende können zu Hause nachlesen. Wichtige Gedanken, Bilder, Links werden an einem zentralen Ort gespeichert!

2) Tools

Twitter

Twitter ist der klassische Backchannel bei Konferenzen. Die Kursteilnehmer nutzen einen Veranstaltungs-Hashtag wie
#Schilf0316, stellen damit Fragen, kommentieren Keynotes, Workshops und tauschen sich
untereinander aus. Die Tweets werden mit einer  Twitterwall auf eine Leinwand projiziert. Man
sieht den Saal denken!
  • Veranstaltungs-Hashtags: Zu Konferenzen oder Barcamps gibt es offizielle Hashtags, die es erlauben, in einem Backchannel über die Veranstaltung zu diskutieren und die es auch zu Hause Gebliebenen ermöglichen, etwas von der Veranstaltung mitzubekommen.
  • Twitterwall: Eine Twitterwall ist
    wie ein virtuelles Anschlagbrett für Kurzmitteilungen. Sie kann in einer
    Veranstaltung mit einem Beamer auf eine Seitenwand projiziert werden. Sie
    enthält die mit einem bestimmten Hashtag auf Twitter veröffentlichten Kurzmeldungen zu
    einem bestimmten Thema. Die Tweets werden
    chronologisch angezeigt und im Minutentakt aktualisiert.
Da nicht jeder Teilnehmer über einen Twitter Account und über Twitter Kompetenzen verfügt, muss die Kursorganisation auf diesen Kanal meist verzichten. 

Twitterwall. Nightflyer. License: CC-BY-3.0. Unverändert.

Etherpads

Die einfachste Lösung zum Begleiten einer Veranstaltung ist wahrscheinlich Document Sharing. EtherPadPiratenpadTitanPadZUMpadPadlet sind webbasierte Texteditoren, mit denen
die Kursteilnehmer gleichzeitig in ein Textdokument schreiben können. Dabei sieht man in Echtzeit die Änderungen der anderen Teilnehmer.
Etherpad Beispiel
Es können gemeinsam Notizen angelegt, Links ausgetauscht, Fragen an die Kursleitung gestellt werden. TN-Accounts sind nicht nötig. Nur wer den Link hat, kann mitschreiben und mitlesen. Das Resultat wirkt aber oft etwas handgestrickt und kann unübersichtlich werden.

TodaysMeet

TodaysMeet könnte
als idealer Backchannel für eine Weiterbildung genutzt werden, es ist eine
Verbindung von Twitter und Chatraum: 

  • Die Nachrichten sind
    auf 140 Zeichen begrenzt. 
  • Die Kursleitung legt
    einen zeitlich begrenzten Veranstaltungsraum an und verteilt den Link.
  • Für die
    Kursteilnehmer ist keine Registrierung nötig. Sie öffnen den Link und schreiben
    unter einem sprechenden Nickname ihre Beiträge. 
  • Der Raum wird in
    Echtzeit aktualisiert. Die Anzeige ist recht übersichtlich. 
  • TodaysMeet kann mit einem Beamer
    auf eine Leinwand projiziert werden. 
  • Der Referent oder ein
    Moderator bringt die Beiträge in die Veranstaltung ein.
Die TeilnehmerInnen erhalten so eine zweite Kommunikationsebene für den Austausch über ihr Handy. 

TodaysMeet: Raum einrichten

Wie wird ein Backchannel eingerichtet?

Für die nächste schulinterne Weiterbildungsveranstaltung Schilf Digitale Medien soll ein Backchannel eingerichtet werden. Der Organisator erstellt ein Konto, richtet den Raum ein, verteilt später den Link, projiziert den Raum auf eine Leinwand und geht regelmässig auf die TN-Beiträge ein.  

1) Kursorganisation

Konto erstellen

  • TodaysMeetCreate an Account – E-Mail-Adresse, Passwort und ein Geburtsdatum eingeben. Den Bedingungen zustimmen.
  • Mit Create my account abschliessen.
  • E-Mail Adresse bestätigen.
  • Einloggen. Raumnamen eingeben, so lange anpassen, bis er als verfügbar angezeigt wird. 
  • Auswählen, wie lange der Raum offen bleibt (von einer Stunde bis zu einem Jahr). 
  • Festlegen, wer Zugang hat: Anyone, Logged-in users, My School (nur mit einem kostenpflichtigen Teacher Tools Account, mit dem auch Raum-Passwörter vergeben werden können). 
  • Abschliessen mit einem Klick auf Open your Room
  • Es wird ein Link kreiert wie https://todaysmeet.com/SchilfDigitaleMedien

Link an die KT verteilen

  • als ganzer sprechender Raumlink: https://todaysmeet.com/SchilfDigitaleMedien
  • als Short Link, den man über Room Tools abrufen kann: http://today.io/1d353
  • als QR-Code, den man über Room Tools generieren lassen und über den Beamer einblenden kann:

Raum einrichten
Der Link kann vor der Veranstaltung im Programm kommuniziert und während der Veranstaltung über den Beamer an die Kursteilnehmer verteilt werden:

TodaysMeet: Room Tools
TodaysMeet: QR-Code zum Raum

Raum auf den Beamer bringen

  • Neben dem Beamer des Referenten einen zweiten Beamer mit einer zweiten gut sichtbaren Leinwand vorbereiten.
  • Über Room Tools – Projector View in die Präsentationsansicht wechseln.
  • Die Teilnehmer Beiträge im Auge behalten und periodisch darauf eingehen, evtl. über einen TodaysMeet-Moderator.

Transkript erstellen

  • Am Schluss der Veranstaltung über Room ToolsTranscript den Diskussionsverlauf speichern und evtl. für die TN verfügbar machen. 
  • Über Room ToolsEmbed könnte auch ein Code abgerufen werden, mit dem sich der Raum in ein Blog oder eine Webseite einbetten liesse.
  • Den Raum eventuell schliessen über Your Rooms  –  Klick auf den Raum – Close this Room.
  • Mehr Sinn macht es, wenn der Raum noch eine Zeit lang offen bleibt, für weiterführende Diskussionen.

2) Kursteilnehmer: Teilnahme an der Diskussion

  • Die Diskussionsteilnehmer öffnen den Link auf ihrem Handy, wählen einen Nickname, klicken auf Join und sind ab jetzt in der Diskussion dabei.
  • Beiträge schreiben: Im Feld Message die Beiträge eingeben und mit Say abschicken.
TodaysMeet Diskussionsverlauf aus TN-Sicht

Literatur

Learnify

Komfortablere Lösungen könnten mit Google Drive bzw. Google Apps for Education oder OneDrive bzw. Office 365, über Yammer installiert werden. Für regelmässig stattfindende schulinterne
Weiterbildungen wie Schilfs könnte man auch einen Einsatz des schwedischen
Tools Learnify prüfen. 
Philippe Wampfler bringt Learnify auf die Kurzformel: Learnify = Google Docs mit Online Bibliotheken. (Learnify in die Schweiz bringen)
Damit können Unterlagen digitalisiert abgegeben
werden. Kollaborative Lernformen und „effektives netzbasiertes Lernen“ werden unterstützt. Kursteilnehmer können durch die Einbettung in eine Lern-Management Umgebung individuell gefördert, Diskussionen moderiert und der Fortschritt Einzelner begleitet werden. Andere
Anbieter von digitalen Lerninhalten lassen sich unkompliziert einbinden. (Martin Kathriner: Zukunft der
Digitalen Bildung in der Schweiz
)

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Backchannels mit TodaysMeet
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